Wir haben unseren Fluorentfernungsschritt erfolgreich auf einen Maßstab von 100 Litern skaliert. Durch die Zugabe von Calciumhydroxid zu Prozesswasser aus dem Batterierecycling konnten wir Fluor als CaF₂ ausfällen und nach 6 Stunden bei Raumtemperatur eine Fluorentfernung von 81 % erreichen, gefolgt von einer effizienten Filtration.
Dieser Reinigungsschritt ist Teil unseres innovativen und nachhaltigen Lithiumrückgewinnungsprozesses im Rahmen des EarLi-Projekts (BMWE – „Forschung in der Schwerpunktförderung Batteriezellfertigung“), bestehend aus dem Koordinator Accurec GmbH sowie den Partnern IME RWTH Aachen, Öko-Institut e.V. und Evonik Operations GmbH. Mit dem Abschluss dieses Scale-up-Experiments konnten wir das Projekt erfolgreich beenden.
Der Prozess beginnt mit einer kontinuierlichen, energieneutralen Pyrolyse, bei der Lithium in eine wasserlösliche Form überführt wird. Nach der mechanischen Separation wird die Schwarzmasse einer selektiven Neutral-Laugung unterzogen, bei der Lithium extrahiert wird, während andere Metalle ungelöst bleiben. Die lithiumreiche Lösung wird anschließend gereinigt und mithilfe eines neuartigen kontinuierlichen elektrolytischen Membransystems direkt in Lithiumhydroxid umgewandelt – alles in einem einzigen Schritt. Abschließend wird Lithiumhydroxid-Monohydrat ausgefällt und steht für die direkte Wiedereingliederung in die Herstellung neuer Batterievorprodukte bereit.
Dieser Pilotversuch stellt nicht nur einen großen Erfolg innerhalb des Projekts dar, sondern demonstriert auch unsere Fähigkeit, hydrometallurgische Experimente im großen Maßstab durchzuführen. Unser 100-Liter-Laugungsreaktor ermöglicht kontrolliertes Heizen und Rühren bei gleichzeitiger kontinuierlicher Überwachung von pH-Wert und Redoxpotenzial. In Kombination mit unserer großen Filterpresse können wir Laugungs- und Fällungsversuche effizient im Pilotmaßstab durchführen. Diese Anlage stellt eine bedeutende Erweiterung unserer bisherigen Laborkapazitäten sowie unserer 10-Liter-Versuchsanlagen dar.


